18
Dez
2010

S T I L L E

Der Schnee verdeckt die letzten Töne
klanglos ist die Welt,
wenn er auf dich herunterfällt,
Der weiße, kalte Schöne.

Kristalle stürzen auf dich ein
und nehmen dich gefangen,
in deinen leeren, bangen
Hoffnungszustandsschein.

Und nun fängt er an, laut zu bröckeln
zu zerfallen, einzugeh'n.
nur du bleibst starr, nur du bleibst steh'n
Und beginnst, verrückt zu röcheln.

Nach Liebe, Hass, nach Emotion
nach irgendeinem Schmerz,
doch es bleibt steh'n dein Herz
Und dann verklingt dein letzter Ton.

7
Dez
2010

Wintersonnenwende

der schnee zerfließt in kalte tränen
nacht bricht über mir herein
und die nassen tropfen, perlen
sehnen sich nach gold'nem schein

denn sie liegen nur noch einsam
unter eiszerkühlter luft
und das leben, süß und warm
wird zu einer großen kluft

ich will nicht zur perle werden
doch die winde wehen weiß
und mein geist beginnt zu sterben
ohne dass ich davon weiß

langsam beginne ich zu lösen
mich von dem, was einmal war
und mein herz wird zu dem bösen
das vergangenheit macht klar.

4
Nov
2010

tage der revolution

tage der revolution sind grau,
sie müssen das sein,

weil die revolution sonst untergegangen wäre,
weil zu viel regenbogen den sinn verkommen lässt.

tage der revolution finden an alltagen statt,
denn sonst bemerkt sie niemand,

an tagen der revolution musst du stark bleiben,
weil du nur dann wahrgenommen wirst.


heute war so ein tag,
und er war hart

und ich dachte,
ich schmachte
nach hass

doch dem war nicht so
,sondern ich konnte das sagen, was ich schon immer sagen wollte,

nicht konnte
aber nun musste,

denn meine puste
ist auch nicht unerschöpflich.

ich musste lernen, mich anzupassen
ich bin gescheitert.

ich musste lernen, keinen hass zu empfinden,
ich bin gescheitert.

ich musste lernen,
mich zu akzeptieren.

das gelang mir schließlich.

heute respektiere ich mich
und die andern.

und ich denke ich habe das recht,
von den anderen respektiert zu werden.

ich war andri,
ich wurde fast dahingeschwebt,

doch irgendwann kam die zeit,
nein zu sagen.

und es zu wagen,
den diktatoren,
ihre macht zu rauben.

31
Okt
2010

gedankensprünge.

ich denke,
viel zeit ist vergangen,
seit meinem letzten beitrag.

es passierte viel.
viel in meinem kopf.
und in meinem leben.
davon erzähl ich jetzt aber nicht,
man würde mich sowieso für verrückt erklären.

ich habe begonnen,
das erste mal in meinem leben mir realistische gedanken über mich zu machen.

keine beschönigten,
keine manischen,
keine depressiven.

ich habe über dinge nachgedacht,
die mich früher sehr verletzt haben

und habe über menschen nachgedacht,
zu denen ich früher eine starke bindung hatte

und ich habe über menschen nachgedacht,
zu denen ich heute eine feste bindung habe.

ich bin mir darüber klar geworden,
was wichtig ist.

und was nicht.

ich dachte über den konsum nach
und seine wirkung auf mich und andere.

ich dachte über die (zwischen)menschlichen beziehungen nach
und wie endorphos diese doch sind.

und ich habe über meine meinung nachgedacht,
und wie oft ich sie früher geändert habe.

ich habe über meinen auftritt nachgedacht.
und meine wirkung auf andere.

ich habe über das leben nachgedacht,
seine irrwege, seine schattenseite

und seinen ruhm.

und ich bin zum schluss gekommen,
dass menschen immer dreidimensionaler sind,
als wir denken

und dass es gerade das ist,
was alles so verdammt schwer macht.

2
Okt
2010

30
Jul
2010

Irgendwie ein Abschied.

Für meine Glitzerfee ♥
Die Sonne strahlt durchs S-Bahn-Fenster
und kitzelt meine Nasenspitze.
Ich schaue in deine Smaragdgrünen augen
und die welt Löst sich Auf.
es gibt Nur Noch DICH und mich,
wie wir auf Schneeweißen Wolken fliegen
und in unserem WolkenSchloss
auf Zuckerwatterosanen Schafen liegen.
ein Schimmer des Goldscheins macht dein gesicht
auf wunderTolle weise
Noch Magischer.
deine SommerKirschRoten haare
glitzern im licht des großen feuerballs
und deine augen Funkeln vor glÜck.
ein ZerBrechLich schöner Moment.
ich will ihn Nicht VorbeiZiehen lassen,
schließe meine augen
und Lasse meine Lippen
sanFt auf deine zuschWeBen.
geFÜHLsexplosion.
mir wird Warm und kalT.
mein körper Zieht an mir Vorbei
und ich erlebe die Einzigartigkeit
dieses augenBLICKs.
Endorphine quillen ÜBER.

ich löse mich aus dieser ZAUBERHAFTIGKEIT.
und halte deine hand.
genieße DIE letzen sekunden.
die S-Bahn fängt an zu bremsen
und ICH fange an,
dich zu vermissen.
du Stehst auf,
wirfst mir einen Elfenhafen blick zu
und hüpfst hinaus.
der zug zieht weiter
und ich VERLIERE mich
in diesem leuchtend roten sonnenuntergang.

29
Jul
2010

Sonnenuntergangsmelancholie ♥

Die Bahn fährt los.
Irgendwohin.
Ich weiß nicht wo ich ankommen werde.
Ich weiß nicht, ob ich ankommen werde,
denn ich bin auf der ewigen Reise.
Ohne Pause, ohne Stopp,
lasse ich mich treiben,
werde eins mit dem Zeitfluss
von dem, das ihr Leben nennt.
Die Welt rast an mir vorbei.
Und ich rase hinein, in diesen Sonnenuntergang.
Schön ist er, würden manche Menschen sagen.
Ich würde sagen es ist ein Untergang.
Ein immer wiederkehrender Untergang.
Jeden Tag versinkt sie
und sieht dabei auf tragische Weise wundervoll aus.
Alle denken,
sie wird morgen wieder aufgehen.
Ich denke das nicht.
Irgendwann wird sie nicht mehr morgen aufgehen.
Und eine Kälte wird das Leben ergreifen.
Verschlingen. Einfrieren.
Noch nicht einmal der Mond wird leuchten.
Nur eure künstlich erzeugten Lichterwelten werden bleiben.
Aber auch nicht lang.
Nach ein, zwei Monaten
werden sie erlöschen
und eine volkommene Dunkelheit
wird die Zivilisation beherrschen,
oder das, was davon übrig ist.
Und irgendwann werdet ihr auch erlöschen.
Vielleicht nicht heute,
vielleicht nicht morgen,
aber irgendwann erlöscht ihr bestimmt.
Ich rase hinein,
in diesen Sonnenuntergang
und ich werde vielleicht ankommen.
Irgendwann.

26
Jul
2010

S-Bahn Gedankenkotze

11. Juni 2010
20:41
S9 Richtung
Bottrop HBF
Nächster Halt
Velbert-Rosenhügel
Ausstieg in Fahrtrichtung rechts



Vielleicht sollte ich aussteigen
und den Regen in meinem Gesicht spüren,
fühlen wie ein Tropfen langsam über meine Nasenspitze läuft
und dann irgendwann den Boden berührt.

Vielleicht sollte ich aussteigen,
und sehen, wie die Welt verschwimmt,
in diesem Grau und Blau.
Sehen, wie sie zerfließt
Sehen, wie sie sich auflöst
Und sich mit ihr auflösen
verschmelzen und übergehen in diesen Sommerregen.

Vielleicht sollte ich aussteigen,
um mich einfach mal wieder richtig zu spüren.
Spüren, wie die Kleidung langsam nass wird.
Um zu spüren, wie alles an mir und in mir schwer wird.

Vielleicht sollte ich aussteigen und mich fallen lassen.
Auf den Boden.
Den Geruch von feuchter Erde in der Nase,
den Geschmack von nassen Perlen im Mund,
das Bild von einem stahlgrauen Himmel im Kopf,
das Geräusch von zerplatzenden Regentropfen im Ohr.
Regentropfen, die zerplatzen, wie all meine ungeträumten Träume.

Vielleicht sollte ich aussteigen.
Vielleicht.
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